Grit Poppe/ Autorin

Bücher

Jugendliteratur

Joki und die Wölfe

Peter Hammer Verlag
Gebunden, 256 Seiten
Ab 10 Jahren
Einband: Niklas Schütte
€ 14,00 (D)
erscheint am 5.2.2018
ISBN: 978-3-7795-0588-4
Mit Anmerkungen zum Thema Wolf

Der erste Satz
Lautlos lief der Wolf durch die Dämmerung.

Inhalt
Ein Wolf trabt durch die märkische Landschaft. Er hat Beute für seine Familie gemacht, der Nachwuchs braucht jetzt schon Fleisch und drängt aus der Höhle. Nur Schwarzohr, der kleinste Welpe, wirkt noch schwach und die Mutter spürt, dass er sie mehr braucht als die kräftigeren Geschwister. Eines Tages geht Schwarzohr bei einem „Ausflug" verloren. Das Wolfskind ist plötzlich allein in einer unbekannten Welt.

Joki sollte eigentlich Umzugskisten auspacken, stattdessen treibt er sich lieber im Wald herum. Schon bei seinem ersten Streifzug macht er eine Entdeckung: Ein Wolf lebt im Wald! Der Junge beobachtet erst ihn und bald darauf das ganze Rudel. Auch die Wölfe nehmen Joki wahr, doch spüren sie, dass von ihm keine Gefahr ausgeht. Aber als Joki auf den Welpen trifft, der sich verlaufen hat, nimmt er ihn mit und lockt damit das Rudel in die gefährliche Nähe der Menschen. Joki begreift, was er angerichtet hat, und will seinen Fehler wiedergutmachen. Zusammen mit dem Wolfsjungen begibt er sich auf die Suche nach dem Rudel...

Leseprobe
Joki fühlte sich auf einmal verlassen und fremd in diesem neuen, unbekannten Wald. Was suchte er hier? Wieso war er nicht zu Hause und packte Umzugskisten aus?
Gerade als er ans Umkehren dachte, erblickte er einen Trampelpfad, der vom Hauptweg abführte. Ein rötlicher, geheimnisvoller Schimmer fiel dort durch die Bäume. Sofort vergaß er die Umzugskisten wieder. Seine Beine liefen wie von selbst in die Richtung.
Je näher er der Stelle kam, desto intensiver wurde das Funkeln zwischen den Blättern. Leises Plätschern drang an seine Ohren.
Wasser. Kein Teich. Ein schmaler Bach, der sich durch die Landschaft wand wie eine lange Schlange. Die rötlichen Strahlen der untergehenden Sonne spiegelten sich in ihm.
Er würde nur kurz nachsehen und dann von hier verschwinden – bevor es Abendbrot gab und seine Mutter merkte, dass er nicht in seinem Zimmer war.
Der Bach war an dieser Stelle so klar, dass man bis auf den Grund sehen konnte. Joki tauchte mit der Hand in das eiskalte Gewässer, fuhr mit dem Zeigefinger über die runden Kiesel; sie fühlten sich leicht glitschig und beinahe lebendig an.
Eine Weile schaute er dem Fließen des Wassers zu. Etwas, das aussah wie Moos, wellte sich, als wären es grüne Haare. Eine kleine Forelle glitt an ihm vorbei. Er folgte ihr mit den Augen, bis sie nicht mehr zu sehen war. Als er ein Rascheln hörte, das aus dem Gebüsch am anderen Ufer zu kommen schien, dachte er sich erst nichts dabei. Auch nicht, als er eine Bewegung zwischen den Büschen bemerkte. Vielleicht eine Katze, die durch die Gegend strolchte, oder ein junges neugieriges Reh?
Erst als er ein leises drohendes Knurren wahrnahm, hob er den Kopf. Und der Schreck fuhr ihm jäh in die Glieder. Das Tier fixierte ihn mit lauerndem Blick. Joki starrte zurück.
Das … das konnte doch nicht sein …
Träumte Joki? Oder war das Tier vielleicht nur ein ausgebüxter Schäferhund?
Aber der Ausdruck in den Augen wirkte wild, ungezähmt, fast hypnotisch.
Es gab keinen Zweifel: Das war … ein Wolf!

Der letzte Satz
„Ich glaub, mir ist immer noch etwas schwindlig“, meinte Joki und legte den Arm um ihre Schultern."

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