Grit Poppe/ Autorin

Bücher

Jugendliteratur

Käpten Magic

Einband von Daniela Chudzinski
255 Seiten, gebunden
12,00 Euro (D)
Cecilie Dressler Verlag 2006
Ab 10 Jahren
ISBN-13: 978-3-7915-1603-5
ISBN-10: 3-7915-1603-5

Käpten Magic/Entwurf zur Illustration

Der erste Satz
Tobias schlenderte mit der Schultasche in der Hand am Strand entlang.

Inhalt
Eine lebendig gewordene Sammelkartenfigur? Absolut unmöglich!, denkt Tobias. Und doch steht Käpten Magic jetzt leibhaftig vor ihm und findet sich so gar nicht zurecht in dieser Welt. Der Küstenräuber, der noch nie eine Straßenbahn gesehen hat und seine Rechnungen statt mit Geld lieber mit einer altmodischen Pistole begleicht, muss schleunigst zurück auf sein Schiff. Auf der Suche nach dem schwarzen Dreimaster gerät Tobias mitten in ein Abenteuer auf hoher See. (Verlagstext)

Leseprobe
(1. Leseprobe - an Land)

Der Käpten reckte plötzlich den Hals. „Was ist das für ein Geräusch?“
Tobias lauschte einen Moment. „Das ist der Staubsauger.“
„Schnaufsauger?“, fragte Leslie verständnislos.
„Staubsauger. Das sind Maschinen, die saugen alles auf, was ihnen in den Weg kommt“, behauptete Tobias. „So wie der Strudel?“
„So ähnlich“, antwortete Tobias knapp. Seine Lust, sich mit Käpten Magic über die Funktionsweise von Staubsaugern zu unterhalten, hielt sich in Grenzen.
„Sind sie gefährlich?“, fragte der Käpten.
„O ja, sehr“, antwortete Tobias. „Ich flüchte immer sofort in mein Zimmer, wenn ich einen sehe, und schlag die Tür hinter mir zu.“ Er verkniff sich mit Mühe ein Lachen. „Tillie kämpft gerade mit ihm.“
Leslie Williams starrte ihn an und schüttelte fassungslos den Kopf. „Mit einem Schnaufsauger?“, fragte er entsetzt. Tobias nickte und presste die Lippen zusammen.
Leslie Williams sprang abrupt auf und stürmte ohne ein Wort aus dem Zimmer. Was war denn nun schon wieder los? Tobias hatte doch nur Spaß gemacht! Leicht verärgert folgte er dem Käpten und sah gerade noch, wie er sich auf den roten Staubsauger warf.
Tillie schrie gellend auf vor Schreck.
„Keine Angst, ich hab ihn!“, brüllte Leslie und umklammerte das Gerät mit beiden Armen. Tobias lachte und zog den Stecker aus der Dose. „Du kannst ihn loslassen“, sagte er. „Der Staubsauger ist tot.“ Zehn Minuten später saßen sie am Küchentisch und Tillie erklärte Leslie geduldig alles, was er über Staubsauger wissen wollte.
„Du bist wirklich nicht von dieser Welt, was?“, fragte sie verwundert und fasziniert zugleich.

(2. Leseprobe – auf See)

Tobias griff nach den Paddeln und begann zu rudern. Marius saß mit offenem Mund und weit aufgerissenen Augen da. Stück für Stück schob sich die Spitze des Großmastes aus dem Meer. Das Schiff schien permanent im Kreis zu fahren. Tobias nahm etwas wie einen Strudel wahr, einen Strom, der das Fahrzeug nicht in die Tiefe, sondern in die Höhe zog. Genau zu erkennen war es in der Dunkelheit allerdings nicht. Das Meer sprudelte, toste, spritzte zischend Wasserfontänen in die Luft. Als Nächstes tauchte der Fockmast aus den aufgewühlten Fluten. Geschah das hier wirklich? Oder war das nur eine Sinnestäuschung? Gaukelte ihnen die See etwas vor, das es in Wirklichkeit gar nicht gab? Schließlich waren sie seit Stunden wach, schaukelten auf den Wellen herum, statt in ihren Betten zu liegen, und hatten nicht wenig Salzwasser geschluckt. Nie zuvor hatte Tobias etwas Derartiges gesehen, nicht einmal im Traum. Das Schiff schien aus dem Meer zu wachsen wie ein Pilz aus der Erde.

Presse
„Ein tolles Zeitreise-Abenteuer, bei dem sich Alltag und Fantasy verquicken: Lebendig, spannend und bisweilen auch urkomisch erzählt.“ Badische Zeitung

„Die Geschichte ist durchgehend spannend und eignet sich, der gesamten Familie vorgelesen zu werden. Poppe hat hier modernes Seemannsgarn gesponnen und damit den Schatz gehoben, den die Mythen der Küstenregion um Seefahrer, Piraten und Klabautermann für packende Storys in sich bergen. Nicht ‚Fluch der Karibik’, sondern ‚Aufruhr an der Ostsee’…“ PNN

„Grit Poppe hat eine ganze Menge Einfälle in dieses Buch investiert und dabei so verknüpft, dass eines zum anderen passt und über einen großen Bogen spannend bleibt.“ Berliner Zeitung

„… ein sehr lebensnahes Jugendbuch …“ MAZ

„Wer hätte gedacht, dass in dem Piratengenre noch so viel Potenzial für neue Ideen steckt.“ Taz

„… ein rundum glückliches Ende eines rundum geglückten Romans, der dem Piratendasein eine neue Seite abgewinnt.“ Bulletin

Der letzte Satz
Die Montezuma segelte durch ein Meer aus Licht.

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